16.01.2023

Bemerkenswert ist, worüber sich Menschen empören: In einem aktuellen Fall empören sich etliche Menschen vor allem auf Social-Media-Plattformen darüber, dass in Dresden eine „vegane Fleischerei“ eröffnet hat.

Hingegen gibt es auch in Deutschland so viele Missstände, deretwegen Empörung berechtigt wäre: Angriffe auf trans Menschen sind alltäglich; jede dritte Frau mit einer Vollzeitstelle wird auch nach 40 Arbeitsjahren von Altersarmut betroffen sein; in den Schulen fehlen bis zu 40.000 Lehrer; mehr als eine Million Menschen muss sich bei den Tafeln mit Lebensmitteln versorgen; Rettungskräfte und Polizisten werden angegriffen …

All diese und viele weitere Missstände wären Empörung – ja, am besten, Taten wert, die diese Missstände beseitigen.

Der Umstand, dass sich etliche Menschen stattdessen über eine „vegane Fleischerei“ empören, ist nicht verwunderlich: Nach neuesten Erkenntnissen aus der Kognitionsforschung haben diese Menschen anstelle eines Gehirns ein Pfund Gehacktes.

Diese Menschen sollten ihre Empörung dennoch unterlassen. Zum einen befindet sich in unmittelbarer Nähe gewiss eine herkömmliche Fleischerei oder ein Fast-Food-Restaurant, wo sie sich wie gewohnt die mit Antibiotika und Wachstumshormonen vollgepumpten Fleischabfälle munden lassen können.

Zum anderen würde es diesen Menschen guttun, wenn sie weniger Rinder- und Schweinefleisch äßen und deswegen auch weniger ihrer Verwandten auf dem Gewissen hätten.

Und anstatt sich darüber zu empören, dass die Bezeichnung „vegane Fleischerei“ ein Oxymoron ist, sollten diese Menschen stattdessen dafür sorgen, dass die Bezeichnung „soziale Netzwerke“ kein Oxymoron mehr ist.

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