21.09.2022

Die US-Regierung führt Krieg gegen Terrorismus – und versucht somit ein Chaos zu beseitigen, das sie gerade wegen ihrer Kriege mitverursacht hat.

Natürlich ist die US-Regierung darauf bedacht, dass in ihrem Krieg gegen Terrorismus möglichst wenig Menschen sterben. Also möglichst wenig Amerikaner.

Und deshalb setzt sie Drohnen ein, die – gleich Gottes strafender Hand – vom Himmel herab jeden Terroristen zu einem Puzzle für Allahs Mußestunden machen. 

Wer ein Terrorist ist, bestimmt selbstverständlich die US-Regierung. Ohne Gerichtsverhandlung. Ohne Verteidigung. Ohne Gerichtsurteil. Unter Gewaltenteilung verstehen US-Regierungen, dass sie Gewalt in Form eines Mordes befehlen und US-Soldaten diese Gewalt mit einer Drohne ausführen.

So wurde Al-Qaida-Führer Aiman Al-Sawahiri im Juli dieses Jahres ermordet – ja, ermordet: Eine Hinrichtung ohne vorangehende Gerichtsverhandlung ist auch in Ländern mit der Todesstrafe nichts anderes als Mord.

Auch wenn man einwenden könnte, Aiman Al-Sawahiri sei kein unschuldiger Mensch gewesen und habe viele Menschenleben auf dem Gewissen, so darf dennoch niemand über das Unrecht hinwegsehen, dass die US-Regierung sehr häufig Menschen ohne jeden Beweis zu Terroristen erklärt.

Infolgedessen wurden im US-Gefangenenlager Guantánamo viele unschuldige Menschen inhaftiert. Irren ist nicht nur menschlich, sondern bei US-Regierungen sogar gute alte Tradition.

Diese Willkürjustiz hat noch eine andere schreckliche Folge: Bei den Drohnenangriffen werden neben mutmaßlichen Terroristen auch jeweils viele Menschen getötet, die auf jeden Fall unschuldig sind.

90 Prozent der Menschen, die bei einem Drohnenangriff ihr Leben verlieren, sind unschuldige Zivilisten, die gerade danebengestanden haben.

40 Prozent der zivilen Opfer sind Kinder.

Die US-Regierung nimmt das wissentlich in Kauf und zieht niemanden zur Verantwortung.

Stattdessen behauptet sie, die Drohnen würden Terroristen mit chirurgischer Präzision eliminieren – aber die Drohnen haben die Präzision eines Chirurgen mit Schüttellähmung.

Um das ganze Ausmaß dieser völkerrechtswidrigen Drohnenangriffe zu erkennen, stelle sich jeder einmal vor, die US-Regierung würde in Deutschland eine Drohne auf Helene Fischer samt danebenstehender Fans lenken … – und bei Helene Fischer ließe sich viel leichter eine Verbindung zum Terrorismus herleiten als bei den meisten Menschen in Afghanistan.

Unterstützt werden die USA bei ihren Drohnenangriffen von Deutschland. Über die Satellitenstation auf dem Militärstützpunkt Ramstein wird buchstäblich jeder Drohnenangriff eingeleitet und ausgeführt. 

Die Bundesregierung wagt keine Kritik gegen die US-Regierung; dabei verletzt nicht nur die Songtextqualität von Ram(m)stein, sondern auch jeder der über Ramstein koordinierten Drohnenangriffe die Menschenrechte.

Über die zivilen Opfer und nicht rechtmäßig verurteilten Menschen hinaus erreichen die Drohnen auch in anderer Hinsicht kein verantwortbares Ziel: Der nunmehr mit Drohnen geführte Krieg der US-Regierung gegen Terrorismus hat selbigen nicht beseitigt, sondern sogar erhöht.

Je mehr unschuldige Menschen mit Drohnen getötet werden, desto mehr empörte Menschen schließen sich den Terroristen an. Die Drohnen, die Terroristen beseitigen sollen, erschaffen also viel mehr Terroristen.

Die US-Regierung wird ihren Krieg gegen Terrorismus dennoch fortführen – und zwar so lange, bis alle die Internationale Menschenrechtscharta einhalten, gegen die die US-Regierung verstößt.

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