24.07.2022

Du, Mario Czaja (CDU-Generalsekretär), forderst Präventionshaft für die zur Umweltschutzgruppe „Letzte Generation“ gehörenden Aktivisten, die sich auf Straßen festkleben und den Verkehr blockieren.

Zweifellos handeln diese Aktivisten falsch. In der Menschheitsgeschichte gab es gewiss schon viele Fälle, in denen ziviler Ungehorsam einen Wandel zum Guten eingeleitet hat; aber Protest sollte sich immer gegen diejenigen richten, die das angeprangerte Unrecht begehen.

Zu den Umweltverschmutzern gehören natürlich nicht nur die Besitzer der Atom- und Kohlekraftewerke sowie die anderen Industriebosse, sondern auch viele Bürger mit ihrer die Natur und Ressourcen zerstörenden Lebensweise. 

Die Aktivisten der Umweltschutzgruppe „Letzte Generation“ behindern mit ihren Straßenblockaden aber Rettungssanitäter auf der Fahrt zu einem Unfallort, schwangere Frauen auf dem Weg in die Geburtsklinik, Arbeitslose auf der Fahrt zu einem Bewerbungsgespräch und Klimaingenieure auf dem Weg zu ihrer Forschungsarbeit zum Ausbau der erneuerbaren Energien.

Dass sich diese Aktivisten auf Straßen festkleben und den Verkehr blockieren, ist also ein falsches Mittel für ein richtiges Ziel.

Zweifellos handeln aber auch diejenigen falsch, die an ihrem Standpunkt respektive ihrem Weltbild von einer nur auf Konsum und Profit ausgerichteten Gesellschaft festkleben, für das falsche Ziel hinsichtlich eines ständigen Wirtschaftswachstums längst überfällige Umweltschutzmaßnahmen behindern und dadurch über 80 Millionen Bundesbürger sowie alle anderen Menschen auf dem Weg in eine bessere Zukunft blockieren.

Eher als Präventionshaft für diese Aktivisten sollte man deshalb (leider nicht mehr präventive) Umweltschutzmaßnahmen fordern.

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