24.01.2023

Auch nach Streit und Hass in den sozialen Hetzwerken wird immer wieder behauptet, man dürfte heutzutage nichts mehr sagen und früher wäre es schöner gewesen.

Menschen, die das behaupten, verkennen die Tatsache, dass sie dank des Internets mehr Unsinn in die Welt hinausposaunen als je zuvor. So wurde das Internet mit all den Fake-News, Hasskommentaren, Verschwörungsmythen und Diskriminierungen zum Aushängeschild dieser modernen Gesellschaft.

Und Menschen, die das behaupten, sehnen sich zurück nach der guten alten Zeit, in der Deutsche Menschen aus anderen Ländern rassistisch beleidigen konnten, ohne dafür kritisiert zu werden.

Für viele Deutsche war es ebendiese gute alte Zeit, in der Männer Frauen begrapschen konnten, ohne dafür belangt zu werden.

Diskriminierung von Menschen anderer Herkunft und Belästigung von Frauen galten noch in den 1980er Jahren als normal; und denjenigen, die nicht zu den diskriminierten oder belästigten Gruppen gehörten, erscheint diese Zeit im Rückblick als unbeschwert und sorgenfrei.

Bei diesen Themen sind immer mehr Menschen achtsamer geworden; und deswegen gibt es immer mehr Menschen, die sich sozusagen beschweren, sie dürften heutzutage überhaupt nichts Dummes und Widerliches mehr sagen, ohne dafür als die Dummen und Widerlinge kritisiert zu werden, die sie sind.

Für so manch einen Hans-Georg gilt dies über alle Maaßen.

Die Empörung dieser Menschen mutet an wie die Beschwerde, man dürfte heutzutage niemanden mehr ermorden, ohne dafür als Mörder bezeichnet zu werden.

Und dass Diskriminierung praktisch genauso existenzvernichtend sein kann wie Mord, verstehen nur die Menschen nicht, die entweder nie von Diskriminierung betroffen waren oder keine Empathie haben.

Deswegen versuchen sie weiterhin, aus einem Elefanten eine Mücke zu machen.

Besser wäre es, diese Menschen würden erst einmal nachdenken, bevor sie etwas sagen – aber das wäre für diejenigen gleichbedeutend mit lebenslangem Schweigen.

Anstatt die Vergangenheit zu verklären, sollten diese Menschen dabei helfen, die Gegenwart und Zukunft gerecht zu gestalten.

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